Tulpengarten

Entdeckendes Lernen e.V.

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Naturwissenschaftliche Grundbildung

Auch Kinder können nach allen Regeln der Kunst forschen (lernen) - das ist die Botschaft dieses Projekts. Diese Regeln umfassen Folgendes:

  • vorhandenes Wissen aktivieren,
  • Fragen stellen, Vermutungen äußern,
  • vergleichbare Bedingungen für alle Experimente herstellen,
  • realistische Versuchsbedingungen schaffen und ihre Einhaltung kontrollieren,
  • begründete Voraussagen machen,
  • beobachten, Daten sammeln, Aufzeichnungen anfertigen,
  • Geduld haben, nicht vorschnell urteilen,
  • darauf gefasst sein, dass alles ganz anders ist als gedacht,
  • die Ereignisse interpretieren und sich mit anderen darüber austauschen,
  • die eigenen Voraussagen überprüfen und evtl. revidieren,
  • die Ereignisse erneut interpretieren und sich mit anderen darüber austauschen, die Ergebnisse dokumentieren.

Julias Experiment
Julia hat die Tulpe in ein Glas gepflanzt, um zu beobachten,
wie sich die Wurzeln allmählich entwickeln.

Am Anfang ist es nicht einfach, diesen Prozess im Ganzen zu überblicken, da hilft auch kein Aufzählen der Regeln: Im Herbst 2003 hat die Kinder meist nur interessiert, ob ihre Tulpe zuerst aus der Erde kommt, die Tulpen an anderen Standorten waren ihnen ziemlich egal. Erst als im Februar 2004 die ersten grünen Spitzen gesichtet wurden, erhoben sich die Fragen "Warum bei denen und bei uns nicht? Wie lange dauert es bei uns denn wohl noch? Und haben die überhaupt alles richtig gemacht?"

Bei einem zweiten (und dritten und vierten...) Durchgang durch das Projekt, an dem sich hoffentlich auch die Kinder und Jugendlichen beteiligen, die dieses Jahr mitmachen, werden mehr der oben genannten Regeln die Arbeit strukturieren helfen. Experimente und Untersuchungen zu anderen Themen nach diesen Regeln würden den Lernprozess sicher beschleunigen und vertiefen.

Einträge ins Forscherheft
In einer Bremer 2. Klasse werden individuelle Forscherhefte geführt.

Naturwissenschaftliche Grundbildung ist in diesem Projekt mit Entdeckendem Lernen verknüpft, d.h. die Ideen, Vorstellungen und Fragen der Lernenden sind der Motor und Ausgangspunkt des Lernens. Die naturwissenschaftliche Methodik ist das stützende Gerüst, das seine Tauglichkeit im Prozess erweisen muss. Dazu ist eine intensive begleitende und unterstützende Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer nötig, die den Fragen und Experimenten mit auf der Spur bleiben und das gemeinsame Nachdenken und Diskutieren anregen.

Mit der Kompetenz der Kinder wächst die Kompetenz der Erwachsenen - oder ist es umgekehrt? Aktives, naturwissenschaftliches Denken und Untersuchen gehörte in den letzten Jahren nicht unbedingt zum Anforderungsprofil für den Grundschulunterricht, und auch in der Sekundarstufe wird eher das Demonstrationsexperiment mit sicherem Ausgang als das risikoreiche Forschen und Entdecken an offenen Fragen bevorzugt.

Im Tulpengarten lernen auch Lehrerinnen und Lehrer, dass

  • ein richtiges Experiment sich fundamental von einem Demonstrations-Experiment unterscheidet, aber
  • nicht jedes denkbare Experiment Sinn macht und zu etwas führt,
  • die Natur sich nicht so verhält, wie die erste naive Vermutung, die man haben mag (Haben Sie nicht auch gedacht, dass die größte Tulpenzwiebel zuerst ihre grüne Spitze an die Erdoberfläche schickt?),
  • Experimente mit neuen, besseren Vermutungen wiederholt werden können, (allerdings, was die Tulpen angeht, erst im nächsten Jahr),
  • es Sinn macht, regelmäßig Aufzeichnungen anzufertigen, um die komplexen Vorgänge um die Tulpen herum sinnvoll auswerten zu können,
  • reale Untersuchungen an Original-Phänomenen viel mehr Fragen aufwerfen und viel differenziertere Antworten hervorbringen, als vorstrukturiertes Schulbuch- oder Arbeitsbogen-Wissen.

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