Klima - Wachstum
- Frühling
Gut
vorhersagen - nicht nur raten - wann die Tulpen aufblühen und der
Frühling
da ist, ist gar nicht so einfach. In den USA hat Journey
North dazu schon fast 10 Jahre lang Erfahrungen gesammelt. Für Deutschland
und Europa gibt es in der Journey-North-Datenbank nur ganz wenige Daten.
Wir müssen selbst forschen, viele Klassen finden, die mitmachen,
und ein
paar Jahre
lang
Daten sammeln, damit wir gute Vorhersagen machen können.
2003/2004 fangen wir damit an. Was hilft uns dabei?
Da ist zunächst die Wachstumstemperatur. Forscher
haben festgestellt, dass die meisten Pflanzen erst zu wachsen anfangen,
wenn der Mittelwert aus der höchsten Temperatur am Tag und der tiefsten
Temperatur in der Nacht über
5° C
liegt. Da es viele hundertausend verschiedene Pflanzen gibt, verhalten
sich alle Pflanzen ein bisschen unterschiedlich. In den USA wurde die
Wachstumsgrenze
übrigens bei 40° Fahrenheit festgelegt, das sind 4,7° Celsius
und nicht 5° C. Man sieht schon, die Wachstumstemperatur ist auch
eine Größe,
die Menschen bestimmen, um damit leichter rechnen zu können.
Bei den Tulpen müssen wir genau beobachten,
was passiert, und die Wärmesumme Tag
für Tag aufzeichnen. Welche Wärmesumme brauchen die Tulpen, um grüne
Spitzen zu zeigen? Um zu blühen?
Aber wir wollen ja auch im Herbst schon intelligente Vermutungen
darüber anstellen, wann im Frühling die Tulpen wohl zu wachsen
anfangen. Dabei helfen uns Klimakarten und Klima-Diagramme.
Auf der Website von wetter.de kann
man die Klimazonen der Erde studieren und die Daten für
bestimmte Gegenden
finden. (Dazu nach unten scrollen und unten rechts auf die Karte klicken,
die so aussieht:)

Auf dieser Karte ist, wenn man genau hinsieht,
zu sehen, dass die grüne Klimazone in Europa viel weiter nach Norden
reicht als in Nordamerika, also das Klima in der Mitte und im Norden
Europas milder ist als z.B. in Kanada. Ein wichtiger Grund dafür ist
der Golfstrom, eine warme Meeresströmung, die im Golf von Mexiko entsteht
und an der europäischen Westküste vorbei in den Nordatlantik fließt.
Was bedeutet das für
unser Projekt?
Es gibt außerdem Karten über die Winterhärte
von Pflanzen,
das heißt die tiefsten
Temperaturen, die in dieser Gegend vorkommen können und die Pflanzen
dort aushalten müssen. Auch aus diesen Karten kann man ablesen,
welche Gegenden in etwa ein ähnliches Klima haben. Hier sind zwei
verschiedene Karten. Ein Klick auf die Karte öffnet die zugehörige
Website.

Nach diesen Karten können wir davon ausgehen, dass das
Klima an der Nordsee im allgemeinen milder ist als beispielsweise in
Berlin. Was bedeutet das für unsere Tulpen? Und die Vermutung, dass der
Frühling von Süden nach Norden vorankommt?
Übrigens gibt es auch Forscher, die meinen, in Europa
gäbe es ganz andere Klimabedingungen als in den USA, und deshalb
müssten hier andere Regeln angewandt werden. http://theseedsite.co.uk/hardiness.html
Ein weiteres Mittel für die Frühlingsvorhersage sind Klimadiagramme,
die aus langjährigen
Aufzeichnungen abgeleitet werden. Sie sagen etwas über die Durchschnittstemperaturen aus,
die in bestimmten Gegenden das Jahr über vorkommen. Auch solche
Diagramme findet man bei wetter.de,
wenn man sich auf der Klimakarte voranklickt. Hier sind Beispiele:



Nun können alle Beteiligten versuchen,
sich selbst ein Bild zu machen und "intelligent vorauszusagen",
wann in ihrer Gegend die Tulpen wohl wachsen und blühen. Wichtig
ist aber, alle Einflüsse in einem bestimmten Jahr genau zu beobachten
und aufzuzeichnen, denn jedes Jahr ist ein ein bisschen anders.
Noch mehr Klimazonen-Karten
und weiterführendes Wissen gibt es hier:
http://www.garden-open.com/gardens/USDA/heatzone_EU.html
http://www.aroid.org/horticulture/zonemap/index.html
http://www.mydeergarden.com/Other_Info/ZoneMap/History.htm
http://www.tropenland.at/tropenland/inhalt/datenbank/wissen/klima/usda-zonen/laender/usda-zonen-europauebersicht.htm#
http://www.uk.gardenweb.com/forums/zones/hze.html
http://www.backyardgardener.com/zone/
http://www.usna.usda.gov/Hardzone/ushzmap.html
Viel Spaß beim Forschen!
Karin Ernst, März 2004
|