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Aus den Augen, aus dem Sinn? Oder:
Was geschieht unter der Erde?
Ist es nicht immer wieder ein Wunder, was mit eurer Tulpenzwiebel
im Boden geschieht? Hier sind ein paar genauere Informationen.
Den Sommer über werden die Zwiebeln in der Gärtnerei
kühl und trocken gelagert. Sobald die Zwiebel in der feuchten Erde
liegt, beginnt sie zu erwachen. Es ist die Feuchtigkeit, die bei der schlafenden
Zwiebel bewirkt, dass sie mit dem Wachstum beginnt.
Eine Zwiebel, die ihr im Oktober gepflanzt habt, wird
um den Dezember herum ein dichtes Wurzelsystem entwickelt haben und
ihr werdet
nicht weit unter der Erdoberfläche einen kräftigen Trieb entdecken.
In den Wintermonaten, bei kalten Temperaturen, schlagen die Zwiebeln
langsam
Wurzeln. Das gibt ihnen die Energie, im frühen Frühling zu
sprießen.
(In wärmeren Gegenden verschaffen wir ihnen diese kalten Temperaturbedingungen
in unserem Kühlschrank auf künstliche Weise.) Werden die Temperaturen
draußen wärmer, beginnen die Tulpen schneller zu wachsen,
bis sie schließlich blühen. Zur Blütezeit ist eine
eingepflanzte Zwiebel vollständig aufgebraucht und beginnt sich
aufzulösen.
Die Hauptwachstumsphase
Die meisten Menschen werden an einem Beet mit Tulpen, die
nach der Blüte grün zurückgeblieben sind, vorbeilaufen,
ohne sie zu beachten. Sie wissen wenig darüber, dass das eine besonders
wichtige Zeit im Leben dieser kleinen Zwiebel-Pflanze ist. Während
dieser Zeit geschieht eine Menge in der Erde. Es ist die Zeit, in der
sich der Energiefluss umkehrt und die Energie, anstatt nach oben zu fließen
und Blüten zu bilden, sich nach unten wendet, um neue Zwiebeln zu
bilden. Kleine Zwiebeln entstehen neben der Ursprungs-Zwiebel und beginnen
zu wachsen. Pflanzenfachleute nennen diese Phase zwischen dem Blühen
und dem Absterben der Pflanzen die Hauptwachstumsphase. Aus einer Tulpenzwiebel
werden mehrere, die im nächsten Jahr neue Tulpen wachsen lassen.
Deshalb ist es wichtig, die Tulpen zu düngen, nachdem sie geblüht
haben, und die grünen Blätter stehen zu lassen, damit sie Energie
aufnehmen, bis sie verwelken.
© Journey North, deutsche Fassung: Michael Haag
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